Diesen Sommer hatte ich die Gelegenheit mal wieder eine Fernreise zu unternehmen. Da ich bereits in Amerika, Asien und Australien unterwegs war, bestand der Wunsch nach etwas Neuem. Ein Artikel von Sabrina W.

Relativ schnell entschied ich mich nach Südamerika zu fliegen. Ich habe im Internet dazu recherchiert und eine Website gefunden, auf der die verschiedenen Länder und eine persönliche Empfehlung dazu aufgelistet waren. Kolumbien hat mich dabei am meisten angesprochen und so stand mein Reiseziel fest. Nach der Buchung der Flüge habe ich mich mit der Route beschäftigt. In so einem großen Land beschränken sich die Möglichkeiten bei zwei Wochen Reisezeit, trotzdem wollte ich möglichst viel sehen. Deshalb war es mir wichtig vor Ort zum einen möglichst viel Zeit zu sparen, um von A nach B zu kommen sowie zum anderen die Buchungen für Hostels, etc. vorab zu erledigen. Ich habe also sowohl weitere Inlandsflüge, als auch die Hostels und einen Teil der Ausflüge gebucht. Bei der Reiseroute habe ich mich an einer vorgeschlagenen Route in einem Reiseführer orientiert und diese an ein paar Stellen abgeändert.

Weil es in Südamerika ziemlich hilfreich ist wenigstens ein bisschen Spanisch zu sprechen und ich wenig Zeit dafür hatte die Sprache zu erlernen, habe ich nach einem kompakten Kurs gesucht. Hierbei bin ich auf den Sprach-Crashkurs gestoßen, der mir als ein guter Einstieg erschien, ohne im Vorfeld zu viel Zeit investieren zu müssen.

Nach all diesen Vorbereitungen ging es im August dann endlich los. Die Ankunft in Bogotá war ziemlich entspannt und ich hatte ein schönes Hostel gebucht. Da es bereits Abend war, musste ich mich noch ein bisschen gedulden. Für den nächsten Tag hatte ich mich für eine Graffiti-Tour entschieden, die ziemlich interessant war. Dies war der Einstieg für viele faszinierende Erfahrungen, die ich in meinem Urlaub machen durfte. Bereits am nächsten Tag ging es weiter in den Norden nach Santa Marta. Dort war es im Vergleich zu Bogotà richtig heiß und ganz anders als in dieser riesigen Stadt. Wie viele habe ich dort den Tyrona Park, mit all den wunderschönen Stränden besucht und bin weiter nach Palomino gefahren.

Palomino war eins meiner Highlights.

Das kleine Örtchen hat einfach eine tolle Atmosphäre und eignet sich perfekt um zu entspannen und das Leben zu genießen. Auch dort habe ich in dem traumhaft schönen, familiengeführtem Hostal Bella Flor gewohnt. Mit einem Zwischenstopp in Santa Marta bin ich weiter mit dem Bus nach Cartagena gefahren. Die Busfahrt war mit ca. 4 Stunden die längste Fahrt während meiner Reise.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren gerade einmal fünf Tage vergangen und ich hatte schon so viele verschiedene Orte gesehen und Eindrücke gewonnen. Zuhause hatte ich noch Bedenken, dass die relativ knapp bemessene Zeit dazu führen könnte, dass die Reise eher stressig wird. Glücklicherweise war es dann ganz anders. Ich habe es total genossen im Bus zu sitzen, aus dem Fenster zu sehen, die Gedanken schweifen zu lassen und einfach nur zu genießen ganz woanders zu sein.

In Cartagena angekommen erwartete mich eine Stadt mit tollen Kolonialbauten, hübschen kleinen Gassen, bunten Häusern und viel zu entdecken. Im Gegensatz zu den anderen Orten war es dort ziemlich touristisch. Andererseits war es vom Sicherheitsaspekt her dort auch kein Problem, sich in den Abendstunden in der Innenstadt frei zu bewegen.

Die schönsten Inseln in Kolumbien

Als nächstes Ziel stand eine kleine Insel des San-Bernardo-Archipels auf meinem Plan. Die Reise dorthin war etwas komplizierter als gedacht, da ein kolumbianischer Feiertag und der Direktweg schon ausgebucht war. So ging es also mit dem Bus vom Hostel nach San Onofre, von dort aus mit dem Mototaxi nach Rincon Del Mar und dann weiter mit dem Boot zur Insel. Hier war ein bisschen Verhandlungsgeschick gefragt, letztendlich hat es aber doch geklappt. Die Insel bestand nur aus einem Hostel sowie einem kleinen Strand. Der perfekte Ort zum Entspannen und Leute kennenlernen. Der Rückweg war leider schon für den nächsten Tag geplant, diesmal aber unkompliziert, direkt nach Cartagena.

Nach einem kurzen Flug kam ich nachts in Medellin an und startete am nächsten Tag wieder mit einer Tour. Es war ziemlich interessant, was man dabei sehen konnte, aber auch enttäuschend, da die Gruppe ziemlich groß und der Guide nicht sonderlich gut war. Die Zeit in Medellin war sehr begrenzt, da es danach noch weiter zum Naturreservat Rio Claro sowie nach Guatapè ging. Das Naturreservat war richtig schön, mitten im Dschungel, mit all seinen Geräuschen und dem tollen, klaren Fluss. Ein Ort um zu entspannen, aber auch um etwas zu erleben. So habe ich mich dazu entschieden eine Rafting- und eine Höhlentour mitzumachen. In Guatapè gibt es einen Felsen, auf den man über 600 Stufen gelangt. Von oben hat man einen wundervollen Blick auf die Gegend. Der Ort selbst ist auch sehr schön, die Häuser sind traditionell bemalt und sehr farbenfroh. Zurück in Medellin wartete mein persönliches Highlight der Reise. Ich wollte schon immer mal Paragliding machen und konnte mir diesen Wunsch dort, an einem ganz besonderen Ort, verwirklichen. Der Blick über die Stadt war einfach atemberaubend.

Leider neigte sich die Reise damit auch schon fast dem Ende zu. Am Abend flog ich zurück nach Bogotà und nutzte den letzten Tag für eine weitere Tour. Da ich die Einzige war, die diese Tour gebucht hatte, wurde sie zu einer ganz privaten Tour über die Geschichte und Helden Kolumbiens.

Rückblickend war der Urlaub eine wahnsinnig abwechslungsvolle Reise, die mir die Augen für ein unglaublich tolles Land geöffnet hat.

Ich würde jedem empfehlen, möglichst schnell dorthin zu reisen, da der Tourismus rasant zunehmen und damit das Land verändern wird. Es ist sehr hilfreich sich vorab mit der Sprache auseinanderzusetzen. Hierzu ist es nicht unbedingt notwendig einen umfangreichen Sprachkurs zu besuchen. Durch die wenigen Sätze und Wörter, die ich mir davor sowie während der Reise angeeignet habe, hatte ich die Möglichkeit, wesentlich leichter mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen. Sie sind sehr aufgeschlossen und freuen sich, wenn sie merken, dass man sich Mühe gibt ihre Landessprache zu sprechen.

Mein Tipp: Ich habe Kolumbien als sicher empfunden. Es sollte kein Problem geben, wenn man mit Verstand reist. Das heißt für mich z.B. abends nur dort zu sein, wo auch andere Menschen sind. Außerdem ist es geschickt, möglichst wenig Geld mitzunehmen und draußen keine Kreditkarte dabei zu haben. Ich habe eigentlich nie erlebt, dass ein Nein meinerseits nicht akzeptiert wurde. Daher war das Reisen, auch alleine als Frau, sehr angenehm in Kolumbien.